Auweg 1, 6065 Thaur

Mitarbeiter & Jobs

Leben und arbeiten bei GINER

Romed Giner im Interview bei Tirol Today über Erntehelfer bei Giner.

 

Bună! Privit! Hallo!
Ein Beitrag aus der Dorfzeitung JOCHWIND, Ausgabe 3/2018 von Johanna Fehr

Sie kommen aus verschiedenen Ländern, sprechen unterschiedliche Sprachen, haben diverse kulturelle Hintergründe. Aber eines haben sie alle gemeinsam – ihre Arbeit. Während der Obst- und Gemüsebausaison wohnen in Thaur rund 400 Personen mehr. Ein paar von ihnen hat der Jochwind kennengelernt.

 

Nach einem heißen Sommer bringt der Regen Erleichterung. Dennoch herrscht bei den Thaurer Landwirtschaftsbetrieben geschäftiges Treiben. Um die Produktion auf diesem Niveau zu ermöglichen, braucht es viele helfende Hände. Während das früher Menschen aus dem näheren Umfeld waren, sind es heute solche, die zur Saisonarbeit nach Tirol kommen. Die Arbeit der meisten Betriebe wäre ohne sie nicht mehr möglich. Technische Entwicklung, Ausbildungsmöglichkeiten, Konsumverhalten, gesetzliche Anforderungen und vieles mehr haben den Obst- und Gemüsebau beeinflusst. Während Tirol sich immer weiterentwickelt und dadurch viele Chancen eröffnet, bieten Länder wie die Ukraine oder Rumänien ihrer Bevölkerung oft nicht das Mindeste zum Leben.

 

Menschen. Geschichten.

Alex schloss die Schule ab, danach begann der begeisterte Handballer ein Sportstudium. Im Alter von 21 Jahren stellte ihn die Perspektivenlosigkeit in Rumänien vor eine schwierige Entscheidung. Acht Jahre sind seitdem vergangen und er ist glücklich in Tirol, hat sich bei der Familie Giner bis zum Vorarbeiter hochgearbeitet. Das größte Glück war wohl, dass er seine Frau Paolina bei der Arbeit kennengelernt hat. Die gemeinsamen Kinder Alex junior und Elisabetha besuchen Kindergarten und Schule in Hall, wachsen dreisprachig auf – Rumänisch, Polnisch und Deutsch. Sprachkenntnisse sind den Eltern wichtig, weil die Sprachbarriere für sie selbst in der ersten Zeit in Tirol recht schwierig war.

Auch Vorarbeiterin Nina von der Familie Müßigang ist es wichtig, sich gut verständigen zu können. Sie versteht und spricht ausreichend Deutsch, trotzdem übersetzt Chefin Karolina in „Prascher-Deutsch“, wie sie beide es nennen. Sie haben spürbar einen guten Draht zueinander und die 43-jährige Ukrainerin fühlt sich auch deshalb seit elf Jahren sehr wohl in Thaur. Von April bis Oktober übernimmt sie Verantwortung für die Bio-Schiene des Betriebes, auch ihr Mann Michael ist Saisonarbeiter. In den restlichen Monaten kümmern sie sich zu Hause um ihre Mütter und die gemeinsame Tochter. Der Sohn steht bereits auf eigenen Beinen und studiert Gemüsebau, will danach gerne in der Ukraine bleiben.

 

Mit reden kemmen die Leit zamm…

Es ist nicht nur Arbeitslosigkeit, die dazu führt, dass Menschen ihre Heimat verlassen. In der Ukraine gibt es zwar Jobs, sie werden aber schlecht bezahlt. Es ist durchaus üblich, dass ein Mitglied pro Familie im Ausland arbeitet, um Geld nach Hause zu schicken. In Rumänien herrscht außerdem Korruption, die die ohnehin schwierigen Umstände verschlechtert. Dazu kommen jeweils die persönlichen Geschichten und Erfahrungen.

Nach den Gesprächen ist klar: die Gründe, aus denen Menschen zur Saisonarbeit nach Tirol kommen, sind vielfältig. Die Gründe, aus denen sie sich in Tirol wohlfühlen, sind meist dieselben – sie erfahren Freundlichkeit und Wertschätzung. Mulţumesc! Dyakuyu! Danke! für den interessanten und offenen Austausch!

Bilder und Text © Johanna Fehr

v.l. Ionut, Gabriel, Marius, Dana, Simona, Marinella, Ionut, Alex und Bogdan sind ein starkes Team. © Johanna Fehr.
v.l. Ionut, Gabriel, Marius, Dana, Simona, Marinella, Ionut, Alex und Bogdan sind ein starkes Team. © Johanna Fehr.
Semir wird bei der Arbeit mit dem Stapler von Alex unterstützt. © Johanna Fehr.
Semir wird bei der Arbeit mit dem Stapler von Alex unterstützt. © Johanna Fehr.
Marinella bereitet den Porree für den Verkauf vor. © Johanna Fehr.
Marinella bereitet den Porree für den Verkauf vor. © Johanna Fehr.
  • SaisonarbeiterInnen bleiben bis zu 8 Monate, ErntehelferInnen bis zu 8 Wochen.
  • Die Ukraine und Rumänien zählen aktuell zu den stärksten Herkunftsländern.
  • Die Gemüseanbauflächen in Tirol haben eine Gesamtgröße von rund 1.000 Hektar und liefern rund 40.000 Tonnen Gemüse pro Jahr. (Österreich: 15.000 ha, 615.000 t).
  • SaisonarbeiterInnen bleiben bis zu 8 Monate, ErntehelferInnen bis zu 8 Wochen.
  • In Tirol werden über 60 Gemüsesorten kultiviert, für Radieschen ist es das wichtigste Anbaugebiet in Österreich.
  • 2006 wurde das Nordtiroler Gemüse als Genussregion Österreich ausgezeichnet.